Chronik

Seit dem Jahr 2000 gibt es den Verein donum vitae in der Wesermarsch. Ein Überblick über die Vereinsgeschichte in Brake, Nordenham und Lemwerder.

 

  • Gründung des Vereins

Am 17. Oktober 2000 wurde der Verein Frauen beraten - donum vitae Kreisverband
Wesermarsch e.V. gegründet. Vorausgegangen war der auf Druck
des Vatikan vollzogene Ausstieg der katholischen Kirche aus der staatlichen
Schwangerenkonfliktberatung mit dem Verbot, den für einen legalen Schwangerschaftsabbruch
benötigten Beratungsschein auszustellen.
Zunächst waren es 16 christlich orientierte Frauen und Männer, die sich zusammenfanden
und der Überzeugung waren, dass man das ungeborene Leben
nur mit ihren Mütter schützen kann, nicht ohne und sicher nicht gegen sie. Wir
wollten einen Verein, der Frauen im Konfliktfall offen zugewandt, konkret unterstützend
und beratend zur Seite steht und mit ihnen gemeinsam Perspektiven
entwickelt.
Für den Verein wurde als Vorsitzende Frau Dr. med. Diemuth Clasen gewählt,
Frau Gabriele Koch wurde stellvertretende Vorsitzende. Herr Stefan Koch übernahm
die Geschäftsführung. Im November 2000 erfolgte die Eintragung beim
Amtsgericht Brake in das Vereinsregister. Im Dezember erfolgte die staatliche Anerkennung
als Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle durch die Bezirksregierung
Weser-Ems. Sie wurde am 1. Januar 2001 wirksam. Bereits einen Tag später
eröffnete donum vitae die Beratungsstelle in Brake, damals in der Clausenstraße.
In der Satzung verankert ist unsere Arbeit auf christlicher Grundlage. Wir sind
überparteilich, mildtätig, nicht konfessionsgebunden und verfolgen ausschließlich
und unmittelbar gemeinnützige Ziele.
 

  • erste Schritte

Die Eröffnung der Beratungsstelle war getragen von der Überzeugung das
Richtige zu tun. Wir hatten Idealismus und eine sehr gut qualifizierte Beraterin,
die mit ihrer Arbeit beginnen wollte. Was wir nicht hatten, waren finanzielle
Ressourcen. Das Finanzierungsmodell, auf das wir aufbauten, war ein mehr
als wackeliges Konstrukt. Anfangs waren die Bezahlung von Gehältern, Mieten
oder Einrichtung keineswegs solide gesichert.
Dennoch gab es Unterstützung. Zur Grundfinanzierung der Beratungsstelle
trugen im ersten Jahr bei:
- die Klosterkammer Hannover mit einer Anschubfinanzierung
- das Land Niedersachsen mit der Fallpauschale
- der OOWV, der uns mietfreie Räume zur Verfügung stellte
- der Lions Club Brake, der uns eine moderne Bürokommunikation
ermöglichte
- weitere Spenden von einzelnen Unterstützern
Die Finanzkrise verstärkte sich, als im April 2002 der OOWV Eigenbedarf für
die uns zur Verfügung gestellten Räume anmeldete. Nun kamen noch die Mietkosten
für die neuen Beratungsräume in der Breiten Str.10 hinzu. Die Diskrepanz
zwischen vertrauensvoller Inanspruchnahme unserer Arbeit durch betroffene
Frauen und werdende Eltern und öffentlicher Nichtbeachtung war deutlich
zu spüren. Wir mussten erfahren, dass Frauen, die ihre ungewollte Schwangerschaft
durch existentiell empfundene Probleme als Bedrohung empfinden, keine
Lobby haben.
Im Herbst 2002 nahm unsere finanzielle Situation derart bedrohliche Ausmaße
an, dass die Schließung der Beratungsstelle diskutiert wurde. In einer außerordentlichen
Mitgliederversammlung, an der unter anderem die Bundesvorsitzende
Frau Rita Waschbüsch sowie Mitglieder des Landesverbandes Niedersachsen
teilnahmen, wurde die besonders schwierige Lage der Braker Beratungsstelle
erkannt, die als einzige ohne geringste finanzielle Unterstützung des zuständigen
Landkreises und der Kommunen, außer der Gemeinde Ovelgönne, existieren
musste. Mit einer Summe von 133,18 € gingen wir in das Jahr 2003. Der Landesverband
Niedersachsen von donum vitae erklärte sich bereit, bis Ende März
2003 eine Ausfallbürgschaft zu übernehmen.
Die Beratungsarbeit war für die ersten drei Monate des neuen Jahres sichergestellt.
Dennoch mussten unsere Beraterinnen oft über Wochen auf ihr Gehalt
warten. Ohne deren ungewöhnliches Engagement hätte unserer Verein zu dieser
Zeit nicht überlebt.

Eine gemeinsame Klage der Schwangerenberatungsstellen beim Bundesverwaltungsgericht,
um eine Sicherstellung der Finanzierung der Beratung zu erreichen,
wurde im Juli 2003 dahingehend beschieden, dass 80% der Personal- und
Sachkosten einer anerkannten Schwangerschaftsberatungsstelle in Niedersachsen
vom Land übernommen werden müssen. Ebenso muss die Möglichkeit einer
wohnortnahen Beratung sichergestellt sein. Das war eine erfreuliche Nachricht
für alle donum vitae Beratungsstellen in Niedersachsen.
Inzwischen konnte Herr Volker Raatz als neues Vorstandsmitglied in unserem
Verein gewonnen werden. Er wurde auch in den Landesvorstand entsandt.
Volker Raatz hat sich mit herausragendem Engagement für die Finanzierung
unserer Beratungsstelle eingesetzt. Immer wieder sprach er im Sozialministerium
in Hannover vor, bis im Oktober 2003 endlich die erste Zahlung erfolgte.